Nicht nur (k)ein Highlight

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Das dritte und vierte Rennen der Saison fand wegen Corona statt in Brünn ersatzweise am Slovakiaring statt. Das ist echt schade, denn Brünn ist eine verdammt schöne Rennstrecke und leider besteht die Gefahr, dass diese Rennstrecke bald Wohnhausanlagen weichen muss. Aber auch der Slovakiaring ist eine schöne und herausfordernde Strecke, die wir dadurch gleich zwei Mal im heurigen Jahr besuchen werden.

Am Freitag

standen gleich fünf Trainingssessions an. Die erste noch bei auftrocknenden Bedingungen und mehr oder weniger sinnlos, aber die anderen vier waren gut und notwendig. Ich kenn den Slovakiaring zwar von 20 Minuten mit dem Euro-NASCAR im Jahr 2016 und einem Motorrad-Tag vor drei Jahren, aber der Ring mit seinen späten Scheitelpunkten ist tricky und gewöhnungsbedürftig. Natürlich hab ich mich vorher ein bissl per Simulator eingeübt, aber ich bin nicht mehr so erpicht darauf unglaublich viele digitale Runden am Computer zu drehen – irgendwie ist mir der Unterschied zum echten Fahren einfach zu groß – sprich der Spaß dabei ist verhältnismäßig begrenzt.
Mit meinen Rundenzeiten war ich jedenfalls immer in den Top 5 zu finden.

Am Samstag

dann das erste Qualifying. Nach der In-Lap wollte aber mein Motor nicht mehr und starb unter der Fahrt ab. Reanimationsversuche per Starter waren sinnlos – so hatte ich das seltsame Vergnügen, die erste echte Rundenzeitenjagd vom Streckenrand des Infields zu verfolgen. Natürlich hatte ich damit auch keine gültige Zeit und somit quasi den letzten Startplatz fix. Allerdings war ich nicht der einzige – auch Friedl rollte aus, bevor er eine Zeit setzen konnte und mein Teamkollege Alexander Talkanitsa fuhr am Freitag in einem Training trotz roter Fahne eine Runde weiter (wobei er wirklich nicht viel Zeit hatte diese zu sehen), wofür er als Strafe auch das Rennen von hinten starten musste – eine klassische Fehlentscheidung, da der Freitag keinesfalls zum Rennen gehört.

Das Rennen war dann recht fein … auch wenn sich Thiel (im Formel 3) in der letzten Kurve mit 226km/h über Hoffmann köpfelte (samt dreifachen Überschlag) und eine Safty-Car-Phase auslöste. Ich konnte schnell viele Konkurrenten überholen, blieb dann aber einige Runden am übermässig starken Formel Renault von Große-Althoff Senior hängen, was mir ein weiter nach vorne erschwerte. Im Endeffekt wars der vierte Rang in der Klasse und sehr OK.

Am Sonntag

durfte ich dann ein echtes Qualifying fahren und belegte den dritten Rang, nur ein Zehntel hinter Talkanitsa. Hoffmann hatte noch mit Kupplungsproblemen zu kämpfen, aber in Anbetracht, dass ich mit 25kg zuviel rum fahren muss, war ich sehr zufrieden.

Jedenfalls wollte ich den Start gleich gut nutzen und es nicht zu langsam angehen. Das gelang eigentlich sehr gut, beschleunigte etwas besser als Talkanitsa und war direkt an Dam dran. Leider bremste dieser dann in der ersten Kurve einen Hauch zu früh (für mich) und ich berührte ihn ganz leicht, was ihn in dieser Phase am Limit leider mit einem Dreher in den Kies bugsierte (Sorry Benjamin!). Hinter mir – sicher ähnlich knapp, war Michael Fischer, der sich ebenfalls mit einem Dreher verabschiedete – ich hatte Glück, dass er mich nicht abgeräumt hat. Auf der nächsten Geraden war ich kurz Erster, wurde aber vom heranstürmenden Hoffmann überholt und Geier setzte sich in Kurve drei neben mich. Wie schon am Red Bull Ring fuhren wir dann mehrere Kurven parallel durch – es macht Spaß, wenn du dem anderen Platz läßt und es ein schönes Duell gibt. Leider hatte ich dann einen kleinen Rutscher und um Geier nicht ins Gras zu drängen musste ich minimal lupfen – genug um den Platz dann zu verlieren. Nach der folgenden Safty-Car-Phase über zwei Runden war ich dann lange Dritter und hatte Talkanitsa formatfüllend im Rückspiegel. Ich wusste von unserer teaminternen Telemetrie, welche Kurven er besser fuhr (und umgekehrt) und so blieben wir ständig zusammen. Jedenfalls machten wir auf die ersten beiden – Hoffmann und Geier – wieder Zeit gut. Als Geier dann Hoffmann überholen konnte, waren wir – also die ersten vier im Rennen – gerade mal zwei Sekunden getrennt und ich wollte mir Hoffmann schon ein wenig zurecht legen, als mich Talkanitsa übermotiviert ausbremsen wollte und mich am Hinterreifen traf und ich mich ins Gras drehte. Ich hatte Glück, dass ich den Motor nach einigen Versuchen doch noch zum Weitermachen motivieren konnte … allerdings war dann schon das ganze Feld an mir vorbei. Talkanitsa bekam dafür dann noch eine 1-minütige Strafe, aber das half mir natürlich nicht. Aber ich darf mich nach dem Starthoppala eh nicht aufregen …

In der Gesamtwertung schaut es jetzt nach 4 von 16 Rennen nicht sooo toll aus.

Fazit

Es war ein aufregendes Wochenende mit spannenden Rennen und Zwischenfällen. Meine persönliche Leistung war ok, auch weil ich mir für den Sonntag viel vorgenommen hatte und das grundsätzlich gut umsetzen konnte. Das mit dem nötigen Glück ist noch ein bissl ausgeblieben, aber besser mit der Leistung zufrieden, als mit Glück Punkte machen. Die kommen dann schon noch – hoffentlich.

Wobei ich langsam Sponsoren finden muss, denn insgesamt ist der Spaß dann noch nicht so billig … also bei Interesse nicht zögern 😉

© Foto: Angelo Polletto

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